Bei Tauben könnte man ja wirklich denken, „oh, wie langweilig, sind halt grau.“ Und dann haben sie auch noch diesen üblen Ruf der „Ratten der Lüfte“.
Bei genauerem Hinsehen, und das ist das tolle beim Birding, sind Tauben alles andere als langweilig. So hat man große Freude beim Beobachten von Ringeltauben während der Balz. Wenn sie sich ungestört fühlen, kann man beobachten, wie sie sich fast liebkosen, ähnlich, wie wir Menschen. Ihr Gefieder enthält auch alle Schattierungen an Grau.





Vom Gemüt her sind sie sanft und neugierig und haben scheinbar ihrerseits ein großes Interesse an einem, wenn man sie beobachtet. Manche Arten sind allerdings sehr, sehr scheu, wie z.B. die Lorbeertaube auf La Gomera

Ein exemplarisches Verhalten, wie klug diese Vögel sind, konnten wir im Urlaub am Balaton, in Ungarn beobachten. Eine Ringeltaube landet auf den untersten, vertrockneten Ästen eines Nadelbaumes, vermutlich eine Zeder. Die dünnen Äste tragen kaum ihr Gewicht und sie flattert etwas ungeschickt umher, so dass wir darüber diskutieren, was sie da wohl macht. Wir essen gerade Melone und beobachten das Geschehen. Wir sind total erstaunt, als wir sehen, wie sie sich wild balancierend und dennoch geschickt Ästchen abbricht und im Laub einer Weide verschwindet. Nach einem kurzen Moment landet sie wieder in der Zeder und wir sehen das gleiche Verhalten. Jetzt ist aber Zeit, um die Kamera zu holen.








Dieses Spiel wiederholt sie immer wieder. Wenn die kleinen Äste zu Boden fallen, landet die Taube im Gras und holt sich diese von dort. Dabei werden sie genau inspiziert und nur diejenigen mitgenommen, die für den Nestbau geeignet zu sein scheinen. Und beim nächsten Anflug wird erstmal der Boden abgesucht, bevor die wackelige Angelegenheit auf den Ästen des Baumes in Angriff genommen wird.
Da soll mal jemand sagen, dass das nicht schlau ist. Also wir lieben auch Tauben.

